Peter Nörr ist gestorben

Der Nürnberger Photoklub trauert um sein Ehrenmitglied Peter Nörr.

Peter war 17 Jahre ein engagiertes Mitglied des Nürnberger Photoklubs. Acht Jahre davon war er im Vorstand als technischer Leiter tätig. Als er von diesem Amt zurück trat, erhielt er vom Klub aus Dankbarkeit die Ehrenmitgliedschaft. Aber auch dann hörte er nicht auf, im Klub exzellente Vorträge zum Thema Bildbearbeitung zu halten.

Peter war ein ausgezeichneter Wettbewerbsfotograf. Er steht mit 81 Löwen-, 63 Iris- und 47 Retinapunkten in der ewigen Bestenliste ganz weit oben. 2024 erhielt er vom Deutschen Verband für Fotografie den Ehrentitel „Künstler des DVF“.

Peter bezeichnete sich selbst als Landschafts- und Naturfotograf, aber das ist eigentlich nur ein kleiner Ausschnitt seiner fotografischen Themen. Er hat wunderbar Portraits gemacht, er hat packenden Outdoorsport fotografiert und er hat inszeniert, z.B. Märchenfotos oder Westernszenen. Seine Fotografien waren immer perfekt. Er war penibel, was Schärfe, Retusche, stürzende Linien oder Beschnitt anbelangte – und er kritisierte die Fotos, die diesen Maßstäben nicht entsprachen. Wir alle haben davon profitiert, weil Peter immer Hilfe zur Verbesserung anbot.

Seine Geradlinigkeit, Integrität und seinen moralischen Kompass werden wir vermissen. Peter war offen und zugewandt , ein wichtiger Anker im Klubleben. Allerdings machte ihm seine fortschreitende Schwerhörigkeit und gesundheitliche Probleme eine Teilnahme zusehends schwerer. Mit großem Bedauern zog er sich zurück. Er starb am 2. Februar an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von fast 84 Jahren.

 

Ingrid Wüstner ist gestorben

Ingrid Wüstner vor ihrem eigenen Portrait

Der Nürnberger Photoklub trauert um Ingrid Wüstner, die am 19. August nach schwerer Krankheit verstorben ist. Ingrid kam spät zum Nürnberger Photoklub. Als sie eintrat, war sie schon 78 Jahre alt, der älteste Neueintritt überhaupt.

Da hatte sie schon ein ganzes Leben hinter sich. Aber was für eines! Ingrid war eine wahre Künstlerin mit einem außergewöhnlichen Lebensweg. Ihr Talent und ihre Leidenschaft zeigten sich in all ihren Lebensstationen – vom Tanz bei der legendären Mary Wigman in Berlin über die Folkwangschule in Essen, ihre Engagements als Schauspielerin auf den verschiedensten Bühnen bis hin zum Gesang. Sie war eine inspirierende Persönlichkeit, stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen.

Und dann kam sie zur Fotografie. Ihr Hauptinteresse galt den Blumen. Aber Ingrid hatte darüber hinaus dieses große Bühnentalent, das sie freigiebig im Photoklub zur Verfügung stellte. Obwohl zusehends mobilitätseingeschränkt, stand sie zahlreich und gern Modell. Herausgekommen sind Fotografien, die uns lange im Gedächtnis bleiben. Das Gesicht einer Frau, die das Alter nicht verleugnet, aber von einer Präsenz und Intensität geprägt ist, die man selten findet.

Ingrid kam bis zum Schluss zum Photoklub, wenn auch leider immer seltener. Jetzt ist sie ihrer Krankheit im Alter von 88 Jahren erlegen. Wir alle werden Ingrid vermissen. In unseren Erinnerungen bleibt sie eine Frau, die mit ihrer Kunst und ihrem Wesen das Leben vieler bereichert hat.

Ehrungen für 25- und 50-jährige Mitgliedschaft

Ehrungen für 25- und 50-jährige Mitgliedschaft

 

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Nürnberger Photoklubs e.V. am 26.03.2025 ehrte der 1. Vorsitzende Dr. Peter Behringer für Ihre lange treue Mitgliedschaft u.a. Dorothea Wenzel, die die 25jährige Mitgliedschaft und Horst Kamionka, seit 2010 Ehrenvorsitzender, der die 50jährige Mitgliedschaft feierte.

Gemeinschaftshaus – Zensur der Ausstellung

Stellungnahme zum Zensurvorfall im Gemeinschaftshaus Langwasser,
Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg

 

Verfasser: 1. Vorstand Dr. Peter Behringer

 

 

 

Die Sommerausstellungen des Nürnberger Photoklubs im Gemeinschaftshaus Langwasser haben mittlerweile Tradition. In diesem Jahr war sie etwas Besonderes. Unter dem Titel „Fotografische Brücken zwischen Deutschland und der Ukraine“ zeigten vom 6. Juli bis 9. August nicht nur die Mitglieder unseres Vereins, sondern auch 21 Berufsfotografen des Nationalen Verbands der Fotografen der Ukraine ihre Fotografien in einer gemeinsamen Ausstellung beeindruckende Exponate. Entsprechend groß war das Interesse. Allein zur Vernissage kamen so viele Fotobegeisterte wie noch nie. Die Resonanz war durchwegs positiv.

Sechs Tage lang konnten wir uns über diesen Erfolg freuen, bis zwei Besucherinnen massive Beschwerden bei der Leitung des Gemeinschaftshauses über drei Aktfotografien vorbrachten. Das Management machte sich diese Beschwerden zu eigen und hängte die anstößigen „Nacktbilder“ sofort ab, ohne den Veranstalter darüber in Kenntnis zu setzen. Getroffen hat es die Arbeiten des ukrainischen Fotokünstlers Arsenii Hlynskyi, ein Fotograf, der seit 30 Jahren im Bereich Portrait-, Akt-, Mode- und Reisefotografie aktiv ist und an vielen internationalen Ausstellungen teilgenommen hat. Es waren die einzigen Aufnahmen dieses Genres unter 151 Fotografien der Ausstellung. Wer sich über die Obszönität der Fotos ein eigenes Bild machen will, kann sich diese auf unserem Instagram-Kanal @nürnbergerphotoklub ansehen:
Arsenii Hlynskyi A,
Arsenii Hlynskyi B,
Arsenii Hlynskyi C.

Aus unserer Sicht ist dieses Vorgehen rechtswidrig.

Die Ausstellung „Fotografische Brücken“ ist eine Veranstaltung des Nürnberger Photoklubs, nicht des Gemeinschaftshauses. Rechtliche Grundlage ist ein Mietvertrag, der auch das Hausrecht einräumt, und uns – nicht dem Gemeinschaftshaus – zur Auflage macht, die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht zu gefährden und bestimmte ethische Normen, etwa die Menschenwürde, einzuhalten bzw. zu gewährleisten. Von solchen Gefährdungen sind wir ganz weit entfernt. Diese Klauseln zeigen: Es ist dem Vermieter ein besonderes Anliegen, die Verantwortung für die Ausstellung auf den Veranstalter zu übertragen. Er verpflichtet ihn sogar, aktiv auf Vertragskonformität hinzuwirken.

Der erste Fehler war, dass die Anstoß nehmenden Frauen sich nicht an uns, sondern an die Hausleitung wandten. Das wäre nicht weiter schlimm, denn die Hausleitung hätte die Beschwerden leicht an uns weiterleiten können. Hat sie aber nicht, um die Anonymität der Frauen zu schützen. Das ist der zweite Fehler. Wer sich auf solche Wege einlässt, nimmt uns als Veranstalter jede Möglichkeit der Auseinandersetzung mit den Vorwürfen und angemessener Reaktion. Der dritte und schwerwiegendste Fehler ist die Intervention in unsere Ausstellung. Ohne vorherige Ankündigung oder Nachfrage wurden Bilder abgehängt. Dies ist vertragswidrig und tangiert die Kunstfreiheit.

Die Zensur unserer Ausstellung hat Folgen. Der Vorwurf, dass wir bei Auswahl und Konzeption der Ausstellung nachlässig und gedankenlos vorgegangen wären, haftet uns an. Wir mussten lernen, dass im Gemeinschaftshaus Kunstwerke auf Grund der persönlichen Meinung von zwei Personen abgehängt werden. Wir haben nichts in der Hand, was uns bei künftigen Ausstellungen vor solchen Interventionen schützen könnte. Ferner stehen wir vor dem Problem, unseren ukrainischen Freunden zu erklären, wie es in Deutschland um die Kunstfreiheit bestellt ist. Was uns aber wirklich traurig stimmt und am meisten beschäftigt: das Vertrauen in das Gemeinschaftshaus – bislang ein Kennzeichen unserer Kooperation –
ist beschädigt.

Der Vorstand hat in dieser Angelegenheit zweimal Gespräche mit der Hausverwaltung geführt. Wir haben bemerkt und erkennen an, dass sich die Leitung des Gemeinschaftshauses um eine freundliche und wertschätzende Gesprächsatmosphäre bemüht hat. Das allerdings ändert nichts an der Tatsache, dass sie in der Sache selbst beinhart geblieben ist.

Dr. Peter Behringer
1. Vorstand

Ausstellung unseres Mitglieds Monika Rösler

Fotokunstausstellung
Farbe sucht Struktur – Struktur sucht Farbe

 

Unser Mitglied Monika Rösler stellt im Rathaus Schwarzenbruck vom 19. Juli bis 30. August gemeinsam mit Rüdiger Kretschmann aus.

Die Eröffnung findet am 18.Juli um 19:00 Uhr statt.

 

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